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Produktänderungen durch die Geltung der PFC-Norm

EN 61000-3-2+A1+A2

Erläuterungen zu den maßgeblichen Normen für die

CE-Konformität

I: EMV-Normen

Es wird unterschieden zwischen

Fachgrundnormen, die allgemeine Vorschriften für die EMV-Umgebung eines Gerätes betreffen

Grundnormen, die sich auf physikalische Phänomene und Meßverfahren beziehen

Produktnormen, die, je nach Produktgruppe, spezielle Vorschriften für die EMV-Umgebung eines Gerätes betreffen

Produktnormen sind spezielle Ausgestaltungen der Fachgrundnorm. Sofern für ein Produkt keine spezielle, bzw. Keine Eindeutig zuzuordnende Produktnorm existiert, gilt die Fachgrundnorm. Prüfungen nach der Fachgrundnorm beinhalten damit in der Regel die Prüfungen nach einer speziellen Produktnorm.

Für die weitere Betrachtung werden die Grundnormen außer acht gelassen, da sich diese allein auf Prüflabors beziehen.

Bei den Fachgrundnormen und den Produktnormen wird jeweils unter Aussendung von elektromagnetischen Strahlungen des Gerätes und unter dessen Beeinflussung durch Strahlungen unterschieden.

  • Fachgrundnormen

  • Bei den Fachgrundnormen im Rahmen von Aussendung und Beeinflussung wird zwischen Anwendungen in wohngebieten und in Industriegebieten unterschieden. Sie gelten, wenn keine spezielle Produktnorm existiert, bzw. daß dem Produkt keine Produktnorm zugewiesen werden kann.

    Es gelten die folgenden Normen:

     

     

    Maßgebliche Vorschrift

    EMV-Nom

    Deutschland

    Europa

    welt

    Aussendung

    wohngebiete

    DIN EN 50081-1

    EN 50081-1

    ---

     

    Industriegebiete

    DIN EN 50081-2

    EN 50081-2

    ---

    Beeinflussung

    wohngebiete

    DIN EN 50082-1

    EN 50082-1

    ---

     

    Industriegebiete

    DIN EN 50082-2

    EN 50082-2

    ---

    Bei der Aussendung elektromagnetischer Strahlen ist die für wohngebiete geltende Norm schärfer als die Norm für Industriegebiete. Bei der Beeinflussung durch elektromagnetische Strahlen ist die für Industriegebiete geltende Norm schärfer.


  • Produktnormen

  • Unterschieden wird nur zischen der Aussendung von elektromagnetischen Strahlen von Geräten und deren Beeinflussung durch elektromagnetischen Strahlen.

    Es existieren die folgenden Produktnormen:

     

     

    Maßgebliche Vorschrift

    EMV-Nom

    Deutschland

    Europa

    welt

    ISM-Geräte

    Aussendung

    DIN VDE 0875 T11

    EN 55011

    CISPR 11

     

    Beeinflussung

     

     

     

     

     

     

     

     

    Hausgeräte

    Aussendung

    DIN VDE 0875 T14-1

    EN 55014-1

    CISPR 14-1

     

    Beeinflussung

    DIN VDE 0875 T14-2

    EN 55014-2

    CISPR 14-2

     

     

     

     

     

    Leuchten

    Aussendung

    DIN VDE 0875 T15-1

    EN 55015-1

    CISPR 15

     

    Beeinflussung

    DIN VDE 0875 T15-2

    EN 55015-2

    IEC 3439

     

     

     

     

     

    Radio- und TV-Geräte

    Aussendung

    DIN VDE 0875 T13

    EN 55013

    CISPR 13

     

    Beeinflussung

    DIN VDE 0875 T20

    EN 55020

    CISPR 20

     

     

     

     

     

    Hochspannungs-Anlagen

    Aussendung

    DIN VDE 0873

    EN 55018

    CISPR 18

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    ITE-Geräte

    Aussendung

    DIN VDE 0878

    EN 55022

    CISPR 22

     

    Beeinflussung

    DIN VDE 0878

    EN 55022

    CISPR 22

     

     

     

     

     

    Fahrzeuge

    Aussendung

    DIN VDE 0879

    EN 72245

    CISPR 25

     

    Beeinflussung

    DIN VDE 0839

     

    ISO 11451/S2

    Bei der Angabe in CE-Zertifikaten reicht die Angabe der allgemeinen Fachgrundnorm grundsätzlich aus, da diese grundsätzlich alle Produktnormen umfassen. Sofern eine spezielle Produktnorm angegeben wird, schränkt dies die Verwendung in einem anderen Produktbereich ein.

    Eine spezielle Produktnorm für Schaltnetzteile existiert noch nicht, ist aber in Vorbereitung.

    II: "PFC-Normen"

    Seit der Verwendung von nichtlinearen Gleichrichtern in Schaltnetzteilen (auch getakteten Ladegeräten) ist deren Stromaufnahme nicht mehr sinusförmig. Dies drückt sich unter anderem im Leistungsfaktor (Power Faktor, PF) aus, dem Quotienten aus Wirkleistung (tatsächlich verbrauchte Leistung) und Scheinleistung (virtuell gezogene Leistung) aus.

    Der sinkende Power Faktor (PF) hat im Stromnetz drastische Folgen:

    Die über drei Phasen transportierten Ströme kompensieren sich nicht mehr gegenseitig, und damit fließt auf dem Nulleiter ein Strom mit einer eigenwilligen Form, der entsprechende Spannungen entlang des Kabels zur Folge hat. Außerdem steigt der Oberwellenanteil auf den Phasen deutlich an.

    Beide Effekte sorgen unter anderem für steigende Verluste im Kabelnetz und den Verteiler-Trafos. Die dort verlorene Energie muß jedoch im Kraftwerk genauso wie die vom Verbraucher tatsächliche abgenommene Energie erzeugt werden. Neben den Verlusten macht sich die Spannung auf dem Nulleiter oft als Störspannung bemerkbar. Weiterhin wird die Blindleistung in privaten Haushalten nicht als entnommene Energie abgerechnet.

    Um den Strom bei Schaltnetzteilen ?gerade zu biegen" muß eine elektronische Schaltung eingesetzt werden, die Power Factor Compensation (PFC). Eine solche Schaltung verteilt die Stromaufnahme über die gesamte Spannungshalbwelle und hebt den PF somit auf Werte um 0,95, also fast auf das Optimum an.

    Die entsprechende Norm wird EN 61000-3-2+A1+A2 genannt, die sogenannte PFC-Norm.

    Die PFC-Norm findet für alle elektronischen Geräte mit einer Eingangsleistung größer 50 watt ab dem 01.01.2001 Anwendung.

    Es gilt jedoch die folgende Übergangsvorschrift:

    Geräte mit einer Eingangsleistung zischen 50 und 75 watt können bis zum 01.01.2003 betrieben werden

    III: Sicherheitsnormen

    Für Schaltnetzteile gelten die Sicherheitsnormen EN 60335-2-29 (Anwendungen im Hausgebrauch) und EN 60950 (Büroanwendungen)